Bonitätsprüfung bei den größten Auskunfteien

Seine eigene Bonität regelmäßig zu überprüfen ist wichtig, da auch die Auskunfteien nicht immer auf dem neusten Stand der Dinge sind. Jedoch versuchen dies die fünf bekanntesten deutschen Auskunfteien, Schufa, Creditreform Boniversum, Bürgel, Infoscore Consumer Data und Deltavista stets. Dafür benötigen diese Anbieter Daten aus verschiedenen Quellen, um die Zahlungsfähigkeit der jeweiligen Person errechnen zu können. Die Bonitätsprüfung liefert den so genannten Bonitätsscore.

 

Die Bonitätsprüfung

Vor allem bevor ein Kredit beantragt wird, solltet ihr zunächst euren Bonitätsscore überprüfen. Dies kann auch kostenlos erfolgen, der Aufwand ist allerdings geringfügig höher, als bei der kostenpflichtigen Auskunft. Für die Abfrage muss einzig ein berechtigtes Interesse vorliegen. Dies kann etwa ein finanzielles Ausfallrisiko sein.

 

Der Bonitätsscore der Auskunfteien

Wie bereits erwähnt, benötigen die Anbieter Daten, um mit diesen einen Bonitätsscore zu errechnen. Dieser steht für die Wahrscheinlichkeit, mit der ihr eurer finanziellen Verpflichtung nachkommt. Hierfür werden statistische Verfahren genutzt. Natürlich müssen genug Daten vorhanden sein, um eine statistische Bewertung von Einzelpersonen zu ermöglichen. Dies ist jedoch nicht das Problem der Auskunfteien. Es ist davon aus zu gehen, dass jeder erwachsene Deutsche in mindestens einer Datei dieser Dienstleister erfasst ist. Allein die Schufa hat ein Volumen an Daten, das etwa 66 Millionen Menschen umfasst. Neben den persönlichen Daten, wie etwa dem Geschlecht und dem Alter spielt auch die Wohnsituation eine entscheidende Rolle. Denn diese ist für die Zahlungsfähigkeit und Zahlungsbereitschaft besonders aussagekräftig. Auch der Arbeitgeber und die Höhe des Einkommens sind hier vermerkt. Besonders interessant sind natürlich Daten über das bisherige Zahlungsverhalten der jeweiligen Person. Hat sie in der Vergangenheit ihre Rechnungen nicht bezahlt, wird sie dies wahrscheinlich auch in Zukunft nicht tun. Eine regelmäßige Abfrage und ein Einholen der Auskunft bei der Schufa sollten solche Einträge beseitigen. Musstet ihr in der Vergangenheit Insolvenz anmelden und dies wurde in der Schufaauskunft vermerkt, würde dies beispielsweise jegliche Chance auf einen Kredit oder die Anmietung einer Immobilie zerschlagen.

 

Wie gelangen die Auskunfteien an die Daten?

Natürlich stellt sich euch nun bestimmt die Frage, wie eine solche Datenmenge mit teilweise recht persönlichen Informationen weiter gegeben werden kann. Die Schufa ermöglicht dies etwa durch ihre etwa 9000 Vertragspartner. Diese übermitteln ihre Kundendaten, da sie später davon profitieren indem sie Kunden mit einer schlechten Bonität keine Dienstleistung oder kein Produkt verkaufen. Mögliche Partner sind Banken oder Versicherungen. Aber auch Einträge in Telefon- und Adressbücher werden genutzt, um sich ein deutlicheres Bild über Personen zu verschaffen. Eigene Rechercheure arbeiten tagtäglich daran die Daten zu vervollständigen und zu aktualisieren. Auch Schuldnerverzeichnisse bieten eine gute Möglichkeit Aussagen darüber zu treffen, wie zahlungsbereit jemand ist. Diese können in den Amtsgerichten eingesehen werden. Wenn ihr, etwa beim Unterschreiben von Verträgen die AGB sorgfältig durchlest, werdet auch ihr in Zukunft sicherlich Klauseln entdecken, welche die Weitergabe von Daten zu genau diesem Zweck erlaubt.