Lastschrift

Was ist Lastschrift und wie funktioniert es?

Die Lastschrift ist ein elektronisches bargeldloses Zahlungsverfahren. Hierbei beauftragt der Gläubiger seine Bank, mit Genehmigung des Schuldners, einen vereinbarten Betrag vom Bankkonto des Schuldners abzubuchen. Beim Online-Kauf bedeutet das, dass der Verkäufer, mit Zustimmung des Käufers den vereinbarten Kaufpreis für einen gekauften Artikel oder eine Dienstleistung abbuchen lässt.

Das Besondere ist, dass der Bezahlvorgang beim Kauf vom Verkäufer initiiert wird. Bei Benutzung einer Kreditkarte oder eines e-Wallets dagegen, wird die Bezahlung vom Käufer vorgenommen.

Das Lastschriftverfahren gehört in Deutschland immer noch zu den am meisten genutzten Zahlungsmethoden. Etwa 9 Millionen Bundesbürger zahlen ihre regelmäßigen Rechnungen, etwa für Telefon, Strom oder Gas und die Miete per Lastschriftverfahren. Auch bei Online-Bestellungen ist diese Zahlungsmethode sehr beliebt. Der Grund ist, dass es sich um ein sehr einfaches Zahlungsverfahren handelt, bei dem der Kunde zwar seine Bankdaten preisgeben muss, ihm aber sehr weitreichende Rechte zustehen, wenn etwas zu Unrecht oder ein falscher Betrag abgebucht wird. Leider wird diese Zahlungsmethode nicht in allen Online-Shops angeboten.

Im Jahr 2014 wurde das alte Lastschriftverfahren durch das SEPA Lastschriftverfahren ersetzt. Bis auf einige Details hat sich jedoch für Kunden nicht viel geändert. Was zu beachten ist, wird im folgenden Abschnitt erklärt.

Neuerungen des SEPA-Lastschriftverfahrens

SEPA steht für Single Euro Payment Area, zu deutsch „Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum“. Damit wurden seit Februar 2014, für alle Kreditinstitute und Zahlungsverkehrsteilnehmer innerhalb des Euro-Raumes verpflichtend, einheitliche Lösungen für den Zahlungsverkehr eingeführt. Diese einheitlichen Regelungen gelten seitdem nicht nur für den länderübergreifenden bargeldlosen Zahlungsverkehr, sondern auch für den innerhalb eines Landes und somit auch bei uns. Das bisherige in Deutschland angewendete Lastschriftverfahren wurde durch zwei neue ersetzt.

Für Privatleute, die mit dem Lastschriftverfahren ihre Rechnungen bezahlen wollen, gibt es seitdem die SEPA-Basislastschrift. Diese enthält die wesentlichen Elemente des alten Lastschriftverfahrens. Änderungen bestehen nur darin, dass seitdem die neuen Kontonummern und der Bank-Code, also IBAN und BIC, für Abbuchungen im Rahmen des Lastschriftverfahrens angegeben werden müssen und der Kunde dem Gläubiger ein „Mandat“ für die Abbuchung erteilt. Das Mandat hieß früher einfach Genehmigung.

Weiterhin wurden die Fristen die Rückgabe der Lastschrift bei einer unberechtigten Abbuchung verändert. Allerdings zu Gunsten der Kunden. Wird eine Lastschrift-Abbuchung zu Unrecht vollzogen, weil der Kunde kein Mandat erteilt hat, kann die Rückgabe innerhalb von 13 Monaten kostenlos beantragt werden. Hat der Kunde ein Mandat erteilt und die Abbuchung erfolgt zu Unrecht oder in falscher Höhe, kann der Kunde die Rückgabe innerhalb von acht Wochen bei seiner Bank beantragen. Hierfür muss kein Grund genannt werden. Aber Vorsicht, acht Wochen sind zwar auf den ersten Blick viel Zeit, dennoch solltet Ihr regelmäßig eure Kontoauszüge auf Unstimmigkeiten prüfen. Oft steckt keine böse Absicht dahinter, wenn zum Beispiel ein Betrag doppelt abgebucht wurde. In vielen Fällen ist einfach eine Softwarepanne beim Verkäufer verantwortlich. Scheut euch daher auch nicht bei eurer Bank anzurufen und um Hilfe zu bitten, denn, auch wenn durch die Abbuchung ein Minussaldo resultiert, entsteht euch kein Nachteil, da ihr nach der Rückgabe der Lastschrift so gestellt werden müsst, als wäre die Abbuchung nie erfolgt.

Die zweite Neuregelung beim Lastschriftverfahren ist die SEPA Firmenlastschrift. Diese betrifft den Zahlungsverkehr zwischen Firmen- bzw. Geschäftskunden. Für euren Online-Einkauf könnt ihr die SEPA Firmenlastschrift getrost ignorieren, daher das wichtigste nur ganz kurz.

Abbuchungen mithilfe der SEPA Firmenlastschrift dürfen nicht für Rechnungen von Privatpersonen angewendet werden. Die Fälligkeit für die Abbuchungen vom Firmenkonto eines Geschäftspartners beträgt lediglich einen Tag. Ein Widerspruchsrecht, so wie es für private Verbraucher gilt, gibt es nicht, da die Mandatsangaben vor der Belastung in jedem Fall zu prüfen sind.

Vor- und Nachteile des Lastschriftverfahrens

Der große Vorteil des Lastschriftverfahrens (SEPA Basislastschrift) liegt ganz klar in der einfachen Handhabung für beide Seiten, Käufer und Verkäufer. Der Käufer erteilt dem Verkäufer die Genehmigung zur Abbuchung des vereinbarten betrages und die Sache ist für ihn erledigt. Selbst für verspätete Abbuchungen ist er dann nicht mehr verantwortlich. Der Verkäufer kann umgekehrt mit einem schnellen Geldeingang vom Kunden, meist innerhalb von ein bis fünf Tagen rechnen. Sollte einmal etwas schief gehen, beispielsweise wenn der Kaufpreis doppelt abgebucht wurde, kann der Käufer einfach die Rückgabe der Lastschrift beantragen. Ein Grund hierfür muss übrigens nicht angegeben werden. Die Frist hierfür beträgt acht Wochen. Die Kosten trägt der Verkäufer. Nachteile bestehen hauptsächlich für den Verkäufer. Wenn der Kunde oder die Bank des Kunden eine Lastschrift zurückgibt, hat er nicht viel in der Hand um dies rückgängig zu machen. Er muss dann sehen, wie er auf anderem Wege an sein Geld kommt, zum Beispiel in dem den Kunden anmahnt. Das ist auch der Grund, warum nicht alle Online-Shops das Lastschriftverfahren als Zahlungsmethode akzeptieren und auf die Bezahlung per Kredit- oder Debitkarte bzw. auf e-Wallets bestehen.

Rückgabe einer Lastschrift

Die Rückgabe einer Lastschrift kann mehrere Ursachen haben. Vom Kunden bzw. Inhaber eines Bankkontos kann die Rückgabe einer Lastschrift beantragt werden, wenn keine Einwilligung (Mandat) für die Abbuchung gegeben wurde oder diese(s) zuvor widerrufen wurde. In diesem speziellen Fall hat der Kunde sogar 13 Monate Zeit die Rückgabe zu verlangen. Ebenso kann die Rückgabe erfolgen, wenn zwar ein Mandat vorliegt, aber ein falscher Betrag vom Konto abgebucht wurde. Ist das der Fall, besteht das Recht die Rückgabe der Lastschrift innerhalb von 8 Wochen zu verlangen. Wer einen Zugang zum Online-Banking besitzt, kann die Rückgabe mit wenigen Mausklicks von zu Hause aus selbst veranlassen.

In Fällen, in denen das Konto des Kunden keine ausreichende Deckung für die Abbuchung der Lastschrift aufweist, obwohl der Kunde eine Genehmigung zur Abbuchung im Rahmen des Lastschriftverfahrens erteilt und eine Bestellung vorgenommen hat, kann die Bank des Kunden die Lastschrift zurückgeben. Dies muss innerhalb von 2 Banktagen passieren.

Für die Rückgabe von Lastschriften wird die Bank regelmäßig Gebühren verlangen. Diese sind vom Kunden zu tragen, wenn es sich um eine berechtigte Lastschrift handelt und die Rückgabe aufgrund eines nicht gedeckten Kontos erfolgt. Ihr solltet daher beim Bezahlen mit dem Lastschriftverfahren dafür Sorge tragen, dass euer Konto immer eine ausreichende Deckung aufweist. Bei unberechtigten Lastschriften dagegen trägt der Gläubiger, im Online-Handel also der Verkäufer, die Kosten für die Rückgabe der Lastschrift. Ihr müsst in einem solchen Fall nur die Lastschrift im Online-Banking zurückgeben und braucht euch um nichts weiter zu kümmern.

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